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SCHWEIZ     September     1996
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 letztes Update: 26.03.98
 
 
 
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 buttblue.gif Monti Motti   buttblue.gif Hängebrücke   buttblue.gif Champex   buttblue.gif Euseigne
 buttblue.gif Berninapass  buttblue.gif Klausenpass   buttblue.gif Sustenpass   
 
 
    
 
Reisebericht
 
1. TAG Anreise:
Wir entschlossen uns zu einer Anreise mit dem Autoreisezug  Düsseldorf- Lörrach. Dieser Zug kostet pro Person für Hin-  und Rückfahrt DM 112,- . Für diese Kohle kann man schwerlich kostengünstiger da ´runter kommen. Der Zug fährt gegen 5.00 Uhr in Düsseldorf los und ist gegen 13.00 Uhr in Lörrach.
Wir fuhren um Basel herum, auf die A18 Richtung Laufen, dann weiter nach Delémont und über kleinere Sträßchen nach la Ferrière an der A 18. Dort bezogen wir Quartier im Hôtel du Cheval Blanc, einem typischen Jurahaus aus dem Jahre 1688 direkt am „Bahnhof“ (ein Bahnübergang mit Schranke und Bahnsteig)  Wir zahlten für ein Doppelzimmer mit Dusche und Toilette auf der Etage 90 sFr. Dafür erhielten wir ein recht großes Zimmer mit schlichter Ausstattung. Abends ließen wir uns im hauseigenen Restaurant mit regionalen Spezialitäten verwöhnen: Schinken und Rösti, dazu ein vorzüglicher Wein. Obwohl man nur einige Kilometer von Deutschland entfernt ist, ist hier mit Deutsch wenig zu machen. Also kramten wir schon hier eifrig in unserer Sprachkiste nach Französisch und wurden auch fündig.
 
2. TAG Samstag
Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück stürzten wir uns bei bestem Wetter auf die ersten Kurven ohne Gepäck. Biel / Bienne,  der Bieler See Delémont und Moutier standen auf dem Programm. In Biel fiel es uns zuerst auf: mit Motorrädern ist man in der Schweiz ganz vorne. Überall gibt es kostenlose Parkplätze, mitten in der City oder direkt an der Uferpromenade. Man kann meist genau da parken, wo man eigentlich auch hin will. Ein sehr angenehmes Land. Wer hier auf Zimmersuche ist und eine Lederkombi an hat, wird nicht mit dem Hinweis „ausgebucht“ wieder weggeschickt. Wer schon mal an der Mosel war, weiß wovon ich rede.
 
3. TAG Sonntag
Abreise Richtung Süden über die A20 und die A5 entlang des Lac de Neuchâtel (Neuenburger See) über  Yverdon – Moudon – Bulle – Gruyérs nach Montbovon. Hier gibt's nur das „Hôtel de la gare“, bei dem wir nach Zimmern fragen. Nachdem wir erleichtert feststellen, daß die Besitzer Deutsch sprechen, buchen wir uns für ein paar Nächte ein. Wir stellen fest, daß dieses Hotel behindertengerecht umgebaut wurde, kein E&G Hotel mehr ist, keine Kreditkarten akzeptiert, große saubere Zimmer besitzt und p.P. SFR 40 kostet. Na gut.
Mittags starten wir nach Montreux zum Genfer See. In Montreux schlendern wir über einen Trödelmarkt im Yachthafen und sehen uns ein wenig um. Zur Städtetour fehlt uns beiden die rechte Lust, nachmittags fahren wir in unser Quartier zurück. Abends stellen wir im Hotelrestaurant noch mehr fest. : mit den Gläsern in denen man unsere Getränke serviert, klappt´s bestimmt nicht mit dem Nachbarn und das Essen ist echt so la la. Nachdem wir uns bis ca. 1.00 Uhr über extrem laute behinderte Mitbewohner (die bestimmt nicht extra so laut waren sondern nix für ihre Lage können) aufgeregt haben, brechen wir sofort nach dem Frühstück auf und erklären dem verdutzten Wirt, wir hätten motorradtechnisch schon alles abgegrast.
 
4. TAG Montag
Zwischen den Berner und den Walliser Alpen liegt Martigny. Da wollen wir unser nächstes Lager suchen. Wir fahren meist den direkten Weg bei den „Verlegeetappen“, denn mit dem ganzen Gerödel kann man nicht unbedingt so entspannt fahren. Von Montbovon geht's über die A11 bis Aigle, dann über die A9 bis Martigny. Nach endlosem Herumkurven in der City und nervtötendem Fragen und Schlucken (wegen der hohen Preise) entscheiden wir uns für das „Hôtel de la Forclaz“, das genau auf einer Passhöhe in 1527 m Richtung französische Grenze liegt. Wir staunen nicht schlecht, als uns der Zwillingsbruder von Richard Gere an der Rezeption SFR 62,- für ein winziges Doppelzimmer (ohne alles, nur Betten und Licht) abknöpft. Von hier aus starten wir zu einer Tagestour nach Frankreich: Chamonix am Mount Blanc, weiter nach Sallanches, nach Norden Richtung Cluses, Taninges,  wieder zurück nach Cluses, nach Südwesten nach le Grand Bornand, weiter nach Flumet und zurück zum Col de la Forclaz. Abends gönnen wir uns das Essen im hoteleigenen Restaurant. Nix dolles aber dafür teuer: Pommes( mit Ente) 29SFR, Spaghetti einfach 17 SFR. Heute haben wir die ersten 1000 km auf unserer Tour vollgemacht.
 
5. TAG Dienstag
Heute sind die Seitentäler der Rhône dran. Zunächst geht es nach Champex,
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dem Canada der Schweiz. Dann über Levron, Saxon nach Sion. Dort an den Pyramiden von Euseigne
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vorbei ins Val d' Hérens nach Arolla. Bis zum Talende sind wir fast ganz alleine auf der Straße. Da alle diese Täler Sackgassen sind, drehen wir in Arolla um und fahren zurück über Saint Martin, Mase, Bramois nach Sion. Von da aus geht es in den Ski-Weltcuport Veysonnaz. Hier gönnen wir uns eine kleine Pause. Dann geht es weiter über Vex, Heremenze bis zum Lac de Dix, einem Stausee mit der größten Staumauer der Welt. Dann zurück nach Martigny zum Pizzaessen, dann nach Hause ins Hotel. Wir sind geschafft, denn diese Tour war doch ziemlich schlauchend, aber genauso atemberaubend. Wir fallen sind kalte Bett und schlafen auch sofort ein.
 
6. TAG Mittwoch
Abfahrt von Richard Gere in Richtung Sierre/Brig. Wir nehmen die Nationalstraße E 62 und entschließen uns kurz vor Visp, in Ausserberg unser neues Quartier zu beziehen. Wir wohnen im Hotel am Bahnhof, ein sehr nettes Zimmer, mit Schafen direkt vor dem Fenster. Das Zimmer ohne Dusche und WC (auf dem Flur) ist sehr gemütlich, kostet aber SFR 90. Nachdem wir unsere Klamotten abgeladen hatten, fuhren wir die für uns schönste Tour der ganzen Schweiz. Von Vips nach Stalden auf die Moosalp. Einfach himmlisch, strahlend blauer Himmel, links und rechts schneebedeckte 4000er. Hier müssen wir die Mopeds abstellen und erstmal ein Schäferstündchen in der Sonne genießen. Wir fahren wieder zurück nach Visp, danach geht es durchs Lötschental, das wir aber sofort in Tunneltal umtaufen. Endziel ist der Aletschgletscher. Links und rechts der Straße laden kleine Nischen immer wieder zu einer Rast ein und offenbaren Natur pur. Abends im Hotel haufen wir uns die Bäuche so voll, daß wir uns fragen, ob wir morgen noch in unsere Lederkombis passen.
 
7. TAG Donnerstag
Pässe, Pässe, Pässe von morgens bis  abends. Wir fahren sie in folgender Reihenfolge: Nufenenpaß, St. Gotthard (Tal des Zitterns, da Kehren mit Kopfsteinpflaster), Furkapaß, Grimselpaß, SUSTenpaß (wahrscheinlich nach unseren Vorfahren benannt),
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zurück zum Furka, dann wieder ins Hotel. Wir haben die 2000 km schon fast voll!
 
8. TAG Freitag (der 13te)
Das Wetter ist heute nicht so toll. Wir fahren mit den Mopeds in Richtung Zermatt und wollen das Matterhorn besichtigen. Überrascht stellen wir fest, daß man ab Täsch nur noch mit der Bahn weiterkommt. Also lassen wir die Mopeds stehen und steigen um. In Zermatt beginnt es zu schneien, so daß wir in ein Café flüchten, um uns mit Strudel und Kaffee die Kugel zu geben. Das Projekt Matterhorn geben wir an der Preistafel der Talstation schlagartig auf. Außerdem herrscht Nebel, so daß wir nicht sicher sein können auch etwas zu sehen. Zermatt ist sehr schon, allerdings läßt man sich die Exklusivität auch sehr gut bezahlen. Schicki-Micki halt! Nach 3 Stunden besteigen wir wieder den Zug Richtung Täsch und lassen es für heute gut sein. Im Hotel relaxen wir und bereiten uns mal wieder mental auf ein üppiges Abendessen vor. Hier serviert man Raclette, wie wir es zuvor noch nicht gesehen hatten: Ein halber Käselaib wird unter einer Flamme erhitzt, die geschmolzene Käseschicht wird abgekratzt und zu Kartoffeln gegessen. Dabei tropft die Hälfte des Käses auf den Boden, aber das stört auch niemanden. Die ganze Sache stinkt wie unsere Socken nach einer langen Tagesetappe.
 
9. TAG Samstag
Weiterreise ins Tessin. Die Temperaturen erreichen Rekordmarken, Thermojacken ade. In Brig fahren wir Richtung Simplonpaß auf die B 9 Richtung italienische Grenze. Von dort Richtung Domodósola auf die B 337 Richtung Masera, Malesco, Olgia. Hier betreten wir wieder Schweizer Gebiet, fahren Richtung Locarno, weiter Richtung Lugano auf die B233 Richtung Ponte Tresa. In Caslano schlagen wir unser nächstes Quartier auf. Vorher ist aber noch Streß angesagt. Caslano selbst ist weitgehend autofrei. Die 12 Dorfstraßen ohne Schilder oder Wegweiser sind an irgendeiner Stelle mit Stahlbarrieren gesperrt. Reinfahren, bremsen, wenden, zurückfahren, alles auf unebenem Boden, 30°C im Schatten und bei 3 Meter Straßenbreite. Da kommt Freude auf. Zu guter Letzt sprechen alle nur italienisch. Nach ca. 1 1 /2 Stunden finden wir auch endlich unser Hotel (Ristorante Pensione Canva)  und beziehen unser Zimmer. Da die Parkplätze außerhalb der Stadt liegen, sind wir gezwungen die Mopeds nach dem Abladen wegzufahren. Bei dieser Gelegenheit verliert meine Frau ihren Zündschlüssel und gleichzeitig die Fassung. Völlig entnervt darf sie die ganze Strecke wieder bis zum Parkplatz zurücklaufen und ihren Schlüssel suchen, in guter Hoffnung, daß vielleicht das Moped bereits geklaut wurde. Aber Glück gehabt, der Schlüssel liegt direkt neben dem Moped im Kies. Anschließend entspannt sie sich erst einmal ein Stündchen am See und ärgert die Schwäne. Die gute Lage lassen sich die Eigentümer mit 90SFR für ein winziges Zimmer gut bezahlen. Bad und WC sind wie immer auf dem Flur. Frühstück ist enthalten, allerdings besteht die Gefahr, daß die Hotelbesitzer verschlafen und durch ihre Gäste am nächsten Morgen geweckt werden müssen. Wir beschließen uns nach einer neuen Unterkunft in Caslano umzusehen, unsere Ermittlungen ergeben in diesem Falle aber keine Verbesserung, nur eine Verteuerung.
 
10. TAG Sonntag
Wir fahren nach Melide zu Swiss Miniature. Diese Aktion hätten wir uns auch klemmen können. Das Legoland der Schweiz ist zwar nett gemacht, aber total überlaufen und teuer. Von hier aus geht es ins steinerne Herz des Tessin, Val de Versasca. Da heute Sonntag ist, stehen rechts und links der Fahrbahn Autos, deren Besitzer sich am Fluß sonnen und baden. Bald geht verkehrstechnisch nichts mehr, so daß wir umdrehen und zur Staumauer des Lago di Vorgorno fahren. Hier haben wir die Möglichkeit à la James Bond mit dem Bungee-Seil 220 m in die Tiefe zu springen. Da wir nicht so todesmutig sind, biegen wir auf ein Sträßchen ab, das sich zum Geheimtip entwickeln könnte. Durch kleine asphaltierte Pfade schlängeln wir uns durch einen Wald hoch zum Monte Motti. In einer Kehre fanden wir dann einen tollen Aussichtspunkt über den Lago Maggiore mit Blick auf Locarno.
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Auf einer kleinen Bank haben wir es uns gemütlich gemacht und ein paar Minuten relaxt. Da sich auch diese Straße als Sackgasse herausstellte, machten wir kehrt und fuhren nach Locarno. Der Hunger trieb uns in einen Burger King und wir nutzten die Pausenzeit, um uns das Treiben in den Straßen von Locarno anzuschauen. Dann kehrten wir zurück in unser Quartier nach Caslano.
 
11. TAG Montag
Heute klappte es schon viel besser mit dem Frühstück. Nach Croissant mit Honig und Kaffee führte uns unser Tour über Ponte Tresa nach Italien. Ab hier war dann "Schluß mit Lustig", denn ab hier befanden wir uns in Italien. Hier scheint das Leben eines Motorradfahrers nicht viel zu zählen, hier wird auf Teufel komm raus gefahren. Wir fuhren auf der N 233 nach Varese, auf die N 342 nach Como, in Como dann entlang am Lago di Como auf der N 583 bis nach Bellágio. Hier angekommen stellten wir fest, daß es für den gleichen Rückweg schon reichlich spät war und so entschlossen wir uns,  für SFR 14 mit der Fähre nach Menaggio überzusetzen. Hier nahmen wir die N 340 nach Porlezza und Lugano wieder nach Caslano. Den Tag ließen wir am See ausklingen und beschäftigten uns damit, die frechen Schwäne zu ärgern.
 
12. TAG Dienstag
Heute war es bewölkt und es regnete, doch nach dem Frühstück war schon alles wieder trocken. Für den heutigen Tag hatten wir uns eine Mammuttour vorgenommen: Durchs Val di Maggia bis zum nördlichsten Punkt des Tessins, dem Lago del Navét im Val Sambuco. Es war schon recht anstrengend, sich auf rund 2200 m in nicht enden wollenden Spitzkehren hochzuschrauben, aber die Aussicht belohnte uns für die Mühen. Hier wurden wir Experten für das Umfahren von wilden Bergziegen und Kühen. Jetzt ging es in südwestlicher Richtung weiter durch das Val di Bosco nach Bosco/Gurin, dem höchstgelegenen Dorf im Tessin. Hier forderten uns Betonmischer, die wegen der enormen Steigung  häppchenweise ihre Ladung auf die Straße verlieren und Tonnen von Rollsplitt, die auf der Straße lagen. Das Dorf selber macht nicht viel her, so daß wir unsere Mammuttour fortsetzen. Weiter ging es in Richtung Domodósola, nach der Grenze in Malesco ab in Richtung Cannobio. Die Straßen hier dienten wohl schon den alten Römern als Stoßdämpferteststrecken, aber das hielt uns nicht ab. Wir machten uns auf die Suche nach einer alten Hängebrücke, deren Bild wir in einem Reiseführer gesehen hatten. Im Laufe der Fahrt entwickelte sich das Sträßchen zu einem echten Kurventraum. In einer Kehre mußte ich hier jedoch die Flucht ins Gelände antreten, da ein entgegenkommender Laster mir doch stärker erschien. Durch Zufall fanden wir die alte Hängebrücke, die jedoch schon durch eine neue, stabilere Nachbarin ersetzt wurde. Die alte Brücke war leider nicht mehr befahrbar, so daß wir uns nur mit dem Photographieren begnügen mußten.
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Diese Straße zählt zu meinen persönlichen Top 10 in den Charts meiner Lieblingsstraßen. In Cannobio nahmen wir die Küstenstraße N 13 Richtung Ascona/Locarno und erlagen den Verlockungen des Heizens, denn die N 13 schlängelt sich am Ufer des Lago Maggiore entlang und ist prächtig ausgebaut. Geschlaucht freuten wir uns auf unsere Betten in unserem Hotel.
 
13. TAG Mittwoch
Eine Verlegeetappe steht an. Natürlich regnet es in Strömen. Meine Frau vergißt ihre Regengamaschen anzuziehen und hat dementsprechend gute Laune. Im dichten Nebel fahren wir über Bellinzona und den St. Bernhardino-Tunnel auf der N 13 bis Tusis im Kanton Graubünden.  Hier biegen wir Richtung Tiefencastel ab und nehmen die N 3 nach Norden bis Lenzerheide. Wir finden ein tolles Zimmer mit Dusche und WC im Hotel Grischuna und zahlen SFR 90. Bis jetzt das beste Zimmer. Wir entdecken ein Antiquitäten-Cafe auf unserem Weg zum Supermarkt, indem wir uns ein Tässchen Kaffe und ein Stück Kuchen gönnen. Für die Zeit unseres Aufenthaltes werden wir hier täglich einen Absacker nehmen. Wir relaxen und freuen uns mal wieder aufs Abendessen. Wir genießen die Wildspezialitäten der Region und lassen uns Rehpfeffer mit Spätzle auftragen. Ein Spaziergang durch den winzigen Ort beschließt unseren Tag und wir schlafen selig ein. Bla Bla Bla.
 
14. TAG Donnerstag
Das Wetter ist teils heiter,. teils wolkig und nach einem sehr guten Frühstück brechen wir in Richtung Albula-Paß und St. Moritz auf. Hier wird es Zeit für die Regenkombis. Wir nehmen den Maloja-Paß und bewegen uns wieder auf italienischem Gebiet. Von hier aus auf die N 36 auf den Splügen-Paß, der sich in dichten Nebel hüllt. Dieser Paß ist ein architektonisches Meisterwerk, denn in vielen steilen und engen Spitzkehren  und Galerien ist er an den Berg geklebt. Auf der andern Paßseite herrscht schönstes Wetter. Wir stoppen an der Via Mala, von der wir aber nur ein Photo machen. Den Abstieg in die tiefe Schlucht ersparen wir uns mit unseren Lederkombis. Wir freuen uns schon wieder auf die selbstgemachten Nußhörnchen im Antiquitätencafe und brausen Richtung Lenzerheide davon. Abends essen wir im hoteleigenen Restaurant und kommen mit der sehr netten Besitzerin ins Gespräch.
 
15. TAG Freitag
Es regnet, aber das kann uns nicht schocken. Heute stehen Umbrail-Paß und Stilfser Joch auf dem Programm. Wir fahren die N 3 Richtung Julier-Paß über St. Moritz auf  die N 29 zum Bernina-Paß.  Auf der Paßhöhe herrschen 0°C und Schneesturm, so daß wir in das Hospiz einkehren. Nachdem
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wir die Motorräder freigeschaufelt haben,
brechen wir die Aktion ab und fahren zur Lenzerheide zurück. Wir pellen uns aus den Regenkombis und gönnen uns eine heiße Dusche. Prompt scheint wieder die Sonne und zum Trost setzen wir uns mal wieder in das gemütliche Antiquitätencafe. Da es erst 15.00 Uhr ist hängen wir noch ein wenig rum und lassen den Tag im Hotelrestaurant ausklingen.
 
16. TAG Samstag
Wechselnde Bewölkung beim Aufstehen. Wir machen noch einen Angriff aufs Stilfser Joch. Gesagt, getan. Es geht Richtung Davos, dann weiter auf den Flüela-Paß. Sonnenbrillen auf. Weiter über Zernez auf den Ofen-Paß. Sonnenbrillen ab, Regenkombis an. Mist. Über den Umbrail-Paß (Teststreckenbaustelle) im dichtesten Nebel (Sichtweite 10 bis 15m) und Kamikaze-Fahrradfahrern ohne Licht zum Stilfser Joch. Noch mehr Nebel, noch mehr Kamikaze, noch höher, 2750 m. Tolle Aussicht (30 m). Also weiter nach Bórmio und Tirano in Italien.  Dort auf die N 38 A Richtung St. Moritz. In Brúsio müssen wir uns unbedingt in einem Café aufwärmen. Nach mehreren Cappuccino stürzen wir uns wieder in den Regen und fahren von St. Moritz aus über den Julier-Paß und Tiefencastel wieder zu Lenzerheide. Wie immer hört der Regen kurz vor Tiefencastel auf, so daß wir noch über trockene Straßen fahren können. Trotz des beschissenen Wetters haben wir an diesem Tag 270 km geschafft. Jetzt geht es erstmal unter die Dusche und heute abend zur Abwechslung mal ins Hotelrestaurant.
 
17. TAG Sonntag
Gegen 10.30 Uhr brechen wir aus Lantsch auf, diesmal unter strahlend blauem Himmel. Auf der N 3 Richtung Chur müssen wir doch mit einigen Sonntagsfahrern kämpfen. Die tolle Straße, die durch eine schöne Landschaft führt, entschädigt uns für unsere Mühen. Dann geht es über die N 13 und E 43  Richtung Zürich/Luzern. In Näfels schwenken wir auf die N 17 und fahren über Glarus Richtung Klausen-Paß.
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Hier hat man bei entsprechendem Wetter ein tolles Panorama, wir haben Glück und können uns noch in der Sonne aalen. Auf der Paßhöhe lernen wir die nähere Bedeutung des Wortes Wetterumschwung kennen. Auf der anderen Seite des Berges hängen die Wolken und bescheren uns Nebel und Nieselregen. Mit Schrittgeschwindigkeit tasten wir uns bis zu dem Örtchen Bürglen vor, in dem das Wilhelm Tell Denkmal steht. Da uns im Moment nicht nach Kulturgeschichte zumute ist, neben wir in Altdorf die N 2 und fahren am Ufer des Vierwaldstätter Sees Richtung Luzern.  In Stans fahren wir Richtung Engelberg und beziehen unser nächsten Quartier in Wolfenschiessen im Hotel Alpina. Das bisher schönste Zimmer ist auch gleichzeitig das teuerste, für Doppelzimmer mit Dusche/WC, TV und Telefon zahlen wir pro Person 55 SFR. Heute abend wollen wir im hauseigenen Restaurant ausnahmsweise mal Essen gehen.
 
18. TAG Montag
Es regnet mal wieder. Nach einem tollen Frühstück beschließen wir Luzern zu erkunden. Mit einem mulmigen Gefühl lassen wir die Lederkombis im Schrank hängen und machen uns in unseren Regenkombis und einem Motorrad auf den Weg. Während der ganzen Fahrt haben wir das Gefühl, nasse Klamotten zu bekommen, da uns der Fahrtwind doch ordentlich auskühlt. In Luzern angekommen stellen wir fest, daß alles trocken geblieben ist und wir verstauen die Regenkombis und die Helme in den Motorradkoffern. Da wir mit unserem Motorrad kostenlos in der City parken können, machen wir uns um die Sicherheit der Sachen keine Gedanken. Den ganzen Tag tigern wir nun durch Luzern, fahren mit dem Bus zum Verkehrsmuseum, zahlen 50 SFR Eintritt und erleben das Kinospektakel im I-MAX-Kino (Leinwandgröße 19 x 25 m). Wir besichtigen die gelungene Restaurierung der Kapell-Brücke und schlagen uns mit japanischen Reisegruppen um beste Plätze am Löwendenkmal. Nach einem Happen im Mövenpick-Restaurant geht es dann gegen 19.00 Uhr zurück nach Wolfenschiessen.
 
19. bis 22. TAG ( Dienstag bis Freitag)
Wir beschließen, die Zelte in Wolfenschiessen abzubrechen, da die Nordschweiz wenig aufregende Strecken zu bieten hat und verlegen unser Quartier in den Schwarzwald nach Todtmoos. Dort hat sich das Wetter auch wieder gebessert, wir fahren noch 2 Tage durch den Schwarzwald, insgesamt 500 km und lassen den Urlaub im Zugabteil des Autoreisezuges Lörrach/Düsseldorf ausklingen.
 
Insgesamt fanden wir die Schweiz ausgesprochen schön, tolle Motorradstrecken, sehr gutes Essen und hoffen, daß unser Geldbeutel eine solche Tour noch einmal zuläßt.  In sämtlichen Kantonen wurden wir als Motorradfahrer sehr freundlich aufgenommen. Trotz unserer recht hohen Gesamtfahrleistung von 4700 km empfanden wir die einzelnen Tagesetappen (durchschnittlich 223 km/Tag) als nicht übermäßig anstrengend.
 
 

 
 
TIPS & TRICKS, Buchhinweise, Adressen, etc.:

TANKEN IN DER SCHWEIZ:

Wir hatten doch sehr oft mit einer gesicherten Spritversorgung (nein, nicht dem hochprozentigen Sprit) zu kämpfen. Grund: fast alle Tankstellen sind Automatentankstellen, die nur Geldscheine oder Plastikgeld akzeptieren. Haha dachten wir, Plastikkarten hatten wir zu Hauf, aber keine der Karten wurde akzeptiert. Egal ob Visa, Eurocard, American Express oder EC-Karte: obwohl die Zapfsäulen für diese Karten ausgelegt zu sein schienen (Hinweisaufkleber) wurden wir jedesmal abgewiesen. Da kommt man ohne passende Geldscheine doch dann arg ins schwitzen. Besonders wenn man abends in irgendeiner verlassenen Berggegend nach einer Tankstelle suchen muß.
 
 

REISEFÜHRER:

Wir benutzten folgenden Reiseführer:
 

"Die reizvollsten Motorrad-Touren durch die Schweiz", erschienen im Motorbuch Verlag,
ISBN 3-613-01355-X, 3.Auflage.
 

E & G Hotelführer (kostenlos) , vom Schweizer Verkehrsbüro, Kaiserstr. 23,
60311 Frankfurt / Main
 
 

KARTENMATERIAL:
 

Schweiz, RV-Verlag, Maßstab 1:301000, ISBN 3-575-11231-2
 

 


 
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